Ist Erziehung und Sport wirklich wichtig, oder, warum „Nein danke, ich bin total antiautoritär“ nicht wirklich sinnvoll ist beim Hund…

Ohne besondere Kenntnisse über Hunde zu haben, ist es aber wohl fast jedem Menschen bekannt, dass Hunde vom Wolf abstammen, und dass der sein Leben in der Gemeinschaft eines Rudels verbringt. Was auch den meisten Menschen bekannt sein dürfte ist, dass ein Rudel ein Leittier hat, das sogenannte Alphatier. Daraus ergibt sich also, dass fast alle anderen Tiere im Rudel „Indianer“ sind, denn Häuptling gibt es nur einen. Somit ergibt sich also auch schon, dass fast ausnahmslos alle Hunde in der Grundstruktur geführt werden müssen, denn die Natur stellt immer das bereit, was sie braucht.

Stellen Sie sich vor, was es bedeuteten würde, wenn Sie von Natur aus "Indianer" sind, weil in Ihren Erbanlagen keine Führungsqualitäten vorhanden sind, Ihr Mensch Ihnen aber diese Aufgabe aufdrückt. Richtig, Sie bekommen einen inneren Konflikt, denn nun müssen Sie Ihren Menschen führen, weil im Rudel immer einer führen muss. Können Sie sich nun vorstellen, in welchem Dilemma sich der durchschnittliche Hund befindet, wenn er in eine Rolle gedrückt wird, die er von Natur aus eigentlich (in der grossen Mehrheit versteht sich) nicht ausfüllen würde.

Ersparen Sie sich - und vor allem dem Hund - viele unschöne Erlebnisse, und helfen Sie ihm seinen Platz im Rudel Mensch zu finden, indem Sie als Häuptling die Führung übernehmen und er als Indianer Ihnen folgen darf durch dick und dünn. Und anstatt auf „Kriegspfad“ zu gehen, besuchen Sie die Hundeschule und entscheiden Sie sich vielleicht auch für eine sportliche Aktivität, die wir Ihnen in den nachfolgenden Artikeln anhand der am meist verbreiteten Beispiele vorstellen.

Und wenn Sie nun am Schluss dieses Beitrags denken, was das mit Häuptling und Indianer denn soll, denn hier gehe es doch nur um den Hund und nicht um der Himmel weiss was, dann denken Sie immer daran: nicht jeder, der diese Seite besucht, ist im Hundewissen auf dem neusten Stand. Und vielleicht kann Ihm mein kleines Anschauungsbeispiel auf einer anderen Ebene das Verständnis wecken, dass sinnvolle Hundeerziehung niemals als Strafe zu verstehen ist, sondern dass sie den inneren Wunsch des Hundes nach Führung und Struktur erfüllt.

Ulrike Glarner
Leistungsobfrau DVS